Schärfentiefe erklärt: Ein vollständiger Leitfaden
Was Schärfentiefe ist, wovon sie abhängt, und wie Sie genau die gewünschte Menge erreichen.
Rechner öffnen: Schärfentiefe-Rechner →
Die Schärfentiefe ist der Teil eines Fotos, der scharf wirkt, gemessen vom nächsten bis zum entferntesten scharfen Punkt. Alles innerhalb dieses Bereichs erscheint klar; dahinter löst sich das Detail in Unschärfe auf. Da die Schärfe allmählich nachlässt statt abrupt zu enden, definieren Fotografen die Grenzen anhand eines winzigen Unschärfekreises - dem Zerstreuungskreis - der an die Sensorgröße angepasst ist.
Die vier Stellgrößen
Vier Faktoren bestimmen, wie tief die scharfe Zone ist. Die Blende ist die schnellste Stellschraube: eine höhere Blendenzahl wie f/11 vertieft sie, ein offenes f/1.8 macht sie hauchdünn. Die Brennweite hat eine noch größere Wirkung, da die Schärfentiefe mit dem Quadrat der Brennweite variiert, weshalb Weitwinkelobjektive deutlich mehr scharf halten als lange Brennweiten. Auch die Fokussierentfernung spielt eine Rolle - je näher Sie fokussieren, desto flacher die Zone. Und schließlich erzeugt ein kleinerer Sensor bei gleichem Bildausschnitt mehr Schärfentiefe.
Anwendung in der Praxis
Für weite Landschaften verwenden Sie ein Weitwinkelobjektiv, blenden auf f/8-f/11 ab und fokussieren auf die hyperfokale Distanz für Schärfe von vorne bis hinten. Bei Porträts machen Sie das Gegenteil: ein längeres Objektiv bei offener Blende, mit Abstand zwischen Motiv und Hintergrund, lässt den Hintergrund zerfließen. Wenn Sie sowohl ein scharfes Motiv als auch ein erkennbares Umfeld brauchen, treffen Sie sich in der Mitte bei etwa f/4-f/5.6.
Häufige Fehler
Zu starkes Abblenden weicht das gesamte Bild durch Beugung auf, gehen Sie daher selten über f/16 hinaus. Und denken Sie daran, dass die äquivalente Blende über Formate hinweg die Schärfentiefe beschreibt, nicht die Belichtung - f/2.8 bleibt für die Messung auf jeder Kamera f/2.8.
Rechner öffnen: Schärfentiefe-Rechner →